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Einmal DST, immer DST

Dimitris Theodorou, Plastischer Chirurg, Absolvent Jahrgang 1986: Den schwierigen Weg wählen, um es später einfacher zu haben!

Herr Theodorou, wo befinden Sie sich heute? Was machen Sie beruflich und warum reisen Sie so oft nach Deutschland?

Ich bin niedergelassener Plastischer Chirurg in Thessaloniki und arbeite mit einer privaten Klinik zusammen. Nach Deutschland reise ich aus beruflichen Gründen. Während durch die Krise in Griechenland viele Berufe negativ beeinflusst wurden, gibt es in Deutschland weiterhin einen Aufschwung. Das gilt auch für die plastische Chirurgie, die alle gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen betrifft. Dort werden viele chirurgische Eingriffe durchgeführt.

Warum haben Sie sich für die DST entschieden? Hat sich der Besuch einer Schule mit zusätzlichen Unterrichtsstunden und das anspruchsvolle Medizinstudium an der LMU-München gelohnt?

Die Auswahl der Deutschen Schule war die Entscheidung meiner Eltern, da ich damals zu jung dafür war. Mit der Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung an der Schule sollte man nämlich sehr früh anfangen, da sie sehr umfangreich ist. Das einzige, was mir damals gesagt wurde, war, dass ich an der DST organisatorisches Vermögen und zwei Sprachen (Deutsch und Englisch) lernen werde und dass im Anschluss daran die Möglichkeit besteht, in Deutschland zu studieren. Die Schulzeit war anstrengend und anspruchsvoll. Ich hatte aber keinen Vergleich, um mich beschweren zu können und war fleißig genug. Die Schule hat mir persönlich gut gefallen und die Möglichkeit nach erfolgreichem Abschluss in Deutschland zu studierten, war für mich sehr attraktiv.

Das Studium in Deutschland war eine zweite mühevolle Zeit, sehr anspruchsvoll und auf hohem Niveau. Man musste viel lernen und es wurden viele Klausuren geschrieben. Wenn man diese nicht bestand, wurde mit Exmatrikulation gedroht. Im Gegensatz dazu gab es dann später im Berufsleben große Genugtuung. In den deutschen Kliniken stehen dem Arzt alle modernen Mittel zum Arbeiten zur Verfügung, es gibt ein gutes Arbeitsklima und die Patienten verhalten sich dem Arzt gegenüber mit Respekt.

Wie einfach war das Studium in Deutschland?

Es war eine schwierige Zeit. Einsamkeit, wenig Sonne, sehr kalt und eine für mich völlig fremde Mentalität. Ich musste viel arbeiten und nebenbei alles Private selbst erledigen. Ein plötzliches Erwachsenwerden! Ich gehörte einer Generation an, die selten ins Ausland reiste und sehr abhängig von der Familie war. Man muss dazu berücksichtigen, dass damals vor dem Zeitalter der Globalisierung, die Unterschiede zwischen den Völkern größer waren. Ich muss gestehen, dass ich trotz der Anpassungsprobleme die ich hatte, in einer Gesellschaft landete, die offener als die Griechische war. Eine Gesellschaft, die allen Menschen, die sie wahrnehmen wollten, gleiche Chancen bot. Es gibt auch eine ganz andere Dynamik in Deutschland was Erziehung, Ausbildung und kulturelle Möglichkeiten betrifft.

Wie haben Sie die griechische Realität nach Ihrer Rückkehr erlebt?

Die Rückkehr nach Thessaloniki war mein großer Wunsch und bin sehr glücklich ihn erfüllt zu haben. Vom ersten Moment an habe ich mich emotional sehr erfüllt gefühlt und das bleibt bis heute noch so. Auf beruflicher Ebene war die Anpassung nicht so einfach. Es gibt viele Unterschiede, sowohl bezüglich der Patientenmentalität als auch im Bereich der Arbeitsverhältnisse. Die Krise hat dann zusätzlich das Berufsleben stark beeinträchtigt.

Sie engagieren sich im Ehemaligen-Verein wo Sie auch im Vorstand sind. Warum? Wie kann ein Ehemaliger davon profitieren?

SAGES bietet eine Plattform der Zusammenarbeit für Absolventen der DST. Sich alleine durchzusetzen kann schwieriger sein als in der Gruppe. In unserem Verein besteht die Möglichkeit Erfahrungen und Informationen von Menschen, die in den vergangenen 50 Jahren die Schule absolviert haben, abzurufen. Wenn man bedenkt, dass unsere Absolventen über einen erfolgreichen Werdegang verfügen, kann unser Verein, bei effektiver Organisation, eine große Dynamik entfalten. Gerade jetzt, wo alle durch die Krise betroffen sind, können jüngere Absolventen von SAGES dadurch unterstützt werden, die richtigen Entscheidungen für ihre Zukunft zu treffen. Leider denken manche engstirnig und möchten möglichst schnell die Schule vergessen mit der Begründung, dass sie sich während ihrer Schulzeit “unterdrückt” gefühlt haben.

Was würden Sie heute einen jungen Absolventen raten, der den anspruchsvollen Weg des Studiums und den Einstieg ins Berufsleben zu bewältigen hat?

Ich würde Ihm raten den schweren Weg auswählen, um es dann später leichter zu haben…

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